Mein WARUM hinter Mama, mutig, mittendrin

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Corinna
Corinna

"Ich habe ein Faible für Menschen und ihre Geschichten."

2020 habe ich mich als Speakerin beim Geile Uschi Kongress (GUK2) beworben. Nachdem ich Henriette im Frühjahr 2020 zufällig auf Instagram entdeckt habe, dachte ich mir „Das will ich auch“. Also schrieb ich Henriette eine Mail und sagte „Hi ich bin Corinna, ich finde die Geilen Uschis total cool. Ich würde auch gern auf eurer Bühne sprechen, was muss ich dafür tun?“. Sie schrieb mir, dass zwar alle Speakerinnen Plätze bereits belegt waren, dass es aber noch eine Chance auf eine Wildcard geben würde. Im Herbst war es dann soweit und ich schrieb meine Bewerbung um den letzten freien Speaker Platz zu erhalten. An dieser Stelle ein kleiner Spoiler, ich habe es nicht geschafft. Ich bin Zweite geworden, aber es war eine großartige Erfahrung und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Da die Bewerbung für den GUK 2 mein Warum ganz gut beschreibt habe ich beschlossen sie mit dir zu teilen.

Corinna Mamok, Autorin Ellasgirls, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Vision Ellasgirls,

Wer bin ich?

Ich bin Corinna, ein waschechter Bücherwurm mit einer Vorliebe für Pistazien und tiefgründige Gespräche. Am liebsten bin ich am Meer und ich mag es ständig meine eigenen Grenzen zu sprengen. Ich arbeite als selbstständige Fotografin und Autorin. Und ich habe ein Faible für Menschen und ich mag es ihre Geschichten in Form von Bildern und Texten zu erzählen.

Über was möchte ich beim GUK sprechen?

Beim GUK möchte ich darüber reden was passiert, wenn aus Angst Mut wird und aus Unsicherheit Selbstbewusstsein und was das alles mit einer Fehlgeburt, einer lebensverändernden Idee und fast 50 anderen Frauen zu tun hat. Ich möchte darüber sprechen, was passiert, wenn wir unsere Tiefpunkte, plötzlich als Wendepunkte sehen und bereit sind für uns selbst loszugehen. Denn ganz ehrlich es kommt im Leben nicht darauf an, was uns passiert, sondern was wir mit dem machen was uns passiert ist. Ich will darüber sprechen, wie es sich anfühlt die eigenen Grenzen zu sprengen und den Mut zu haben neue Dinge auszuprobieren und ich möchte darüber sprechen, was passiert, wenn wir anfangen anderen zuzuhören anstatt sie zu beurteilen.


Damit ich das alles erzählen kann müssen wir eine kleine Reise zurück ins Jahr 2018 machen, als ich sprichwörtlich am Boden lag und nach einer unverhofften Schwangerschaft und einer darauffolgenden Fehlgeburt alles in Frage stellte. Im Nachhinein war dieses Ereignis eines der besten die ich bisher erleben durfte, nicht weil die Situation in irgendeiner Art und Weise angenehm gewesen wäre, sondern weil sie so unbequem war und ich dadurch so viel über mich und das Leben lernen durfte. Mein To-Do-Listen Leben, mit dem sicheren Job und den hinten angestellten Träumen war plötzlich keine Option mehr. Ich wollte Veränderung das war klar, doch ich hatte keinen blassen Schimmer wie diese Veränderung aussehen sollte bzw. konnte.

Irgendwann war da plötzlich diese Idee, dass ich Frauen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie interviewen und fotografisch begleiten wollte. Ein freies Fotoprojekt, bei dem es um nichts ging, nur um den Spaß und die Hoffnung eine Antwort darauf zu finden, wie andere Beruf und Familie vereinbarten ohne dabei verrückt zu werden. Denn ich war zu dem Zeitpunkt schlichtweg überfordert mit der Fülle in meinem Leben. Ich hatte zwei Kinder, zwei Jobs, einen Mann, ein Haus, zwei Hunde, eine Katze, Hobbys und Freunde. Eigentlich hatte ich alles und fühlte mich dennoch leer.

Mein Leben war angepasst und ich hatte immer das Gefühl von „Ich gehöre hier nicht hin“. Ich hatte weder genug Freiraum, noch genügend Möglichkeiten meine Kreativität auszudrücken. Ich war die, mit dem Blick auf der Uhr und dem Handy in der Hand, die in Gedanken die To-Do Liste des restlichen Tages durchging, während ihre Kinder mit ihr sprachen. Da und doch nicht da. Das lustige ist, dass sich das alles nur in meinem Kopf abspielte, im außen war scheinbar alles cool. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Idee und die vielen Gespräche mit diesen wundervollen Frauen meine Rettung sein würden. Planlos und ohne Erwartungen fing ich das Projekt an, das zu meinem Herzensthema werden sollte.

Das ich mal ein Buch darüber schreiben würde war 2018 einfach völlige Utopie. Fast 2 Jahre, 6000km Autobahnfahrt, ca. 5000 Fotos und fast 50 Interviews später ist dies jedoch zu meiner Realität geworden. Im März kommt mein erstes Buch heraus und ich kann es immer noch nicht so richtig glauben, denn in den ersten 10 Jahren meiner Schulkarriere waren sich meine Lehrer in einer Sache einig, ich bin gut in Mathe, aber lesen und schreiben war nicht so mein Ding, um es milde auszudrücken. Sie konnten ja nicht ahnen, dass „Du kannst das nicht“ wohl einer der größten Motivatoren für Typen wie mich sei.

Das hier soll kein Loblied auf mich und meine Fähigkeiten werden. Ich will nur verdeutlichen, dass das was wir glauben zu sein, nicht unsere Realität bleiben muss. Für mich hat sich durch diese Begegnungen mit diesen Frauen alles verändert und dafür bin ich einfach nur dankbar. Darum möchte ich über meine Reise berichten.

Corinna Mamok, Autorin Ellasgirls, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fotografin Corinna Mamok

Warum will ich das?

Es muss nicht jeder 6000km auf der Autobahn verbringen, um die Erkenntnisse zu bekommen, die ich bei meiner Reise hatte. Ich möchte anderen, das mitgeben, was ich von diesen vielen Frauen lernen durfte. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie wertvoll es ist durch die Wahrheit eines anderen die eigene Wahrheit zu erkennen. Der GUK wäre aber auch die perfekte Gelegenheit, um meinen alten Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ noch weiter abzulegen. Denn bei all meiner Erkenntnis komme ich trotzdem immer wieder an den Punkt an dem ich zweifele. Ich gehe dann zu hart mit mir ins Gericht und frage mich, ob ich das überhaupt darf. Doch auch wenn ich lange dachte es sei eine Schwäche, so bin ich heute der Meinung es macht mich nur stärker. Denn ich habe den Mut offen damit umzugehen und vor allem habe ich den Mut trotz des Kopfkinos weiterzugehen.

Du möchtest mehr über Henriette Frädrich und die Geilen Uschis erfahren. Dann schau doch mal bei ihr vorbei. Hier entlang

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